Ein Fall für zwei Heikle Mission. Der „Tages-Anzeiger” steht mitten in einem grossen Umbau. Bekannt ist, wie die neuen Chefredaktoren heissen. Die MitarbeiterInnen reagierten auf die Ernennung von Res Strehle (rechts im Bild) und Markus Eisenhut (links) vorsichtig optimistisch. Res Strehle steht für Kontinuität und Qualität. Aber für was steht Markus Eisenhut? Vor allem weiss man noch nicht, welchen „Tagi” das Duo führen wird. Das neue Konzept soll demnächst bekannt gegeben werden. Sicher ist: Es wird beim „Tagi” zu einem massiven Stellenabbau kommen. Und der Entscheid über den „Tages-Anzeigers” wird vermutlich auch zum Entscheid über die Zukunft des „Bund”. Die Weichenstellung für ein publizistisches Konzept des „Tagi” kann wegweisend für die ganze Presselandschaft der Schweiz sein. Wir spekulieren nicht, aber wir kommentieren auf unserer Website, sobald nähere Informationen vorliegen.
BBC: Eingeständnisse nach Streikdrohung Sparprogramm. 33 Stellen wollte die BBC in Schottland und bei World Service Radio streichen und Entlassungen vornehmen, da drohte die JournalistInnen-Gewerkschaft NUJ (National Union of Journalists), im April zweimal 24 Stunden zu streiken. Auch wenn es um eine relativ kleine Zahl von Betroffenen ging, setzte sich die Gewerkschaft durch. Nach zähen Verhandlungen willigte die BBC in letzter Minute ein, für die betroffenen KollegInnen andere Lösungen innerhalb des Betriebes zu finden. Einen ersten Test der gewerkschaftlichen Kampfbereitschaft hat die BBC verloren, und das erst noch in Bereichen, die nicht allzu sehr im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses stehen. Aber Probleme drohen dem Personal dennoch, denn die BBC will weiterhin sparen: Erst im März kündigte sie für die nächsten drei Jahre neue Kürzungen von rund 670 Mio. Franken an. Der seit Jahren fortschreitende Personalabbau ist bisher mit freiwilligen Abgängen bewältigt worden. Peter Miles
Gericht in Hamburg erlaubt verdeckte Kamera Missstände aufgedeckt. Eine Mitarbeiterin des ARD-Magazins „Panorama” hatte sich als Stellensuchende in einer Bäckerei ausgegeben. Mit dem verdeckt gedrehten Bewerbungsgespräch konnte „Panorama” belegen, dass die gesetzlichen Arbeitsstandards nicht eingehalten werden. Ein Gericht in Hamburg bejahte in ihrem Urteil das vorrangige Informationsinteresse der verdeckten Aufnahmen, wenn damit ein Problem von erheblichem öffentlichen Interesse dokumentiert werden kann. Auch das Politmagazin „Frontal 21” (ZDF) arbeitet mit der Methode der versteckten Kamera. Das Bundesgericht und die UBI haben das Schweizer Fernsehen in zwei Fällen wegen dem Einsatz der verdeckten Kamera gerügt. Gut möglich, dass das SF den Fall an den europäischen Gerichtshof in Strassburg weiterzieht.
TeleBärn: Erfolg fürs Personal Mehr Lohn. Nachdem TeleBärn (Espace Media Groupe) ins Unternehmen von Tamedia integriert worden ist, hat die Belegschaft der neuen Besitzerin gleich eine Reihe von Forderungen präsentiert. Anlass waren Salärunterschiede zwischen TeleBärn und TeleZüri – beides nun Sender von Tamedia. Das von den MitarbeiterInnen gewählte Komitee des Regionalfernsehens listete 13 Punkte zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen auf. Unter Beizug des SSM fanden Verhandlungen statt. Resultat: TeleBärn erhält eine Personalkommission, ein verbindliches Ausbildungskonzept, eine Abgeltung der Pikettdienste sowie eine Spesenregelung für VJ’s. Zudem wird die Lohnsumme um 5,3 Prozent erhöht. Auch Tamedia stellte fest, dass die Löhne bei TeleBärn unter dem branchenüblichen Ansatz lagen.
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