Von Philipp Cueni
Guten Tag, hier also ist EDITO. In einer Zeit, in der fast überall abgebaut und eingestellt wird, wagen wir etwas Neues. Ein Medienmagazin, sechsmal pro Jahr, in zwei Ausgaben: EDITO erscheint in redaktionell separat aufbereiteten Magazinen in der Deutschschweiz und in der Romandie. Wirtschaftlich in einer schwierigen Situation, von den Themen her in einer spannenden Zeit. Die Medienlandschaft unterliegt einem grossen Umbruch. Viele Medienunternehmen fahren einen Sparkurs, entlassen MitarbeiterInnen. Der Arbeitsmarkt für Medienschaffende wird eng. Die Konzentration im Medienmarkt nimmt zu. Die publizistischen Konzepte werden überarbeitet, und dabei stellt sich die Frage, welcher Journalismus überhaupt realisiert werden soll, realisiert werden kann. Bei Radio und Fernsehen wird die Aufgabe und Rolle des öffentlichen Rundfunks hinterfragt, die grossen Rundfunkanstalten in Mitteleuropa müssen Finanzierungsprobleme bewältigen.
Vor grossen Veränderungen. Alle diese Faktoren setzen die Qualität unter Druck. Parallel dazu wandeln sich die Berufsbilder – mit Auswirkungen auf die Ausbildung. In den Redaktionen werden neue Arbeitsformen geprüft; Newsroom und Konvergenz sind dazu die dominierenden Stichwörter. Und natürlich schreitet auch die technologische Veränderung der Medien weiter voran. Sie prägt nicht zuletzt die Distributionskanäle. Welche Rolle werden die Abonnementszeitung, das Internet, die Gratiszeitung, die Telekommunikation, das Fernsehen auf Abruf in Zukunft spielen? Man kann es nur erahnen.
Ob all dieser aktuellen Veränderungen treten traditionelle Aspekte der Medienarbeit eher in den Hintergrund, bleiben aber nach wie vor wichtig: handwerkliche Fragen, ethische Aspekte, die Medienfreiheit, die Aus- und Weiterbildung und auch die Arbeitsverhältnisse der Medienschaffenden.
Es zeigen sich Probleme, es stellen sich Fragen. Dennoch ist Schwarzmalerei fehl am Platz. Nicht nur, weil trotz vieler Schwierigkeiten täglich hervorragende Medienarbeit geleistet wird. Auch deswegen, weil es gilt, eine wichtige Aufgabe und interessante Berufe zu verteidigen und die Medienlandschaft aktiv mitzugestalten.
Diskussion erwünscht. Veränderungen verlangen nach Information, Erklärung, Widerrede, Debatten. Medienarbeit braucht Selbstreflexion. Dazu versuchen wir beizutragen. Aber Medienjournalismus darf keine Einbahnstrasse sein. Wir setzen auf Ihre Eingaben, auf Feedback, auf Einspruch. Wir wollen Ihre Meinung kennenlernen und zur Diskussion stellen.
Natürlich sind auch wir den Regeln der Ökonomie ausgeliefert. Auch EDITO ist angewiesen auf Einnahmen aus Anzeigen und auf Beiträge der beiden Herausgeber. Und natürlich auf Abonnements. Also auf Ihr Interesse. Und das ist uns das Wichtigste.
© EDITO 2009
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