Von Philipp Cueni, Chefredaktor
Die Medienwelt verändert sich rasant. Dazu stellen sich Fragen. Das ergibt Diskussionsbedarf. Erste Aufgabe eines Medienmagazins ist es, Hintergrund zu bieten, die Debatte zu vermitteln, zum Verstehen beizutragen, was in der Medienszene passiert. EDITO hat den Anspruch, aktuelle Ereignisse aus der Medienwelt darzustellen, zu erklären, zu hinterfragen, Tendenzen zu analysieren, Transparenz zu schaffen, Meinungen abzubilden.Zur Aufgabe der Medien gehörte schon immer die Kritikfunktion: Was läuft wo schief? Um in dieser Rolle glaubwürdig zu sein, braucht es Selbstkontrolle, also Kritik der Medienarbeit. Gegenstand eines Medienmagazins sind die Medien selbst und ihre Akteure.
EDITO arbeitet mit einem journalistischen Ansatz. In EDITO kommen unterschiedliche Standpunkte zur Sprache. Trotzdem sollen die Texte in EDITO auch eine Haltung zum Ausdruck bringen. Grundsätzlich nimmt EDITO die Optik der Medienschaffenden, des kritischen Journalismus, der Qualität ein. EDITO ist den Regeln des Presserates verpflichtet. Fairness ist Prinzip.
Ein kritischer Ansatz ist für uns selbstverständlich. Die Autonomie der Redaktion auch. Unabhängigkeit heisst bis zu einem gewissen Grad auch, auf niemanden Rücksicht nehmen zu müssen, sich auch unbeliebt machen zu können. Kritik und Selbstkritik gehören zur Seele des Journalismus. Das gilt für den Medienjournalismus, für die Beobachtung der eigenen Szene ganz besonders. Das heisst, auch den Kolleginnen und Kollegen auf die Füsse treten zu können. Das ist unsere Rolle – als Besserwisserei soll es nicht ausgelegt werden (und soll es auch nicht sein). Die Akteure der Medienszene sind unser Publikum. Die Akteure der Medienszene sind auch die Objekte unserer kritischen Optik. Und sie sind, so hoffen wir, auch unsere Informanten – gerade auch, wenn es um Fehler und Schwachstellen, um Intransparenz in der Medienwelt geht. Dieser Widerspruch gehört zum System und ist wichtig für die Medienkritik, für die Qualitätssicherung der Medien.
Wenn wir in den Medienhäusern und bei Kolleginnen und Kollegen recherchieren, zählen wir auf Verständnis für eine Aufgabe, welche für die Medienschaffenden und Medienunternehmen sonst zum Selbstverständnis gehört: Transparenz herzustellen und unangenehm nachzufragen.
Medienjournalismus ist ein Spezialfall. Was sonst zu Recht verpönt ist, lässt sich hier nicht vermeiden: Nähe zu den Akteuren. Wir sind Teil der Szene, Beobachter und Akteure zugleich. Damit gilt es sorgfältig umzugehen.
EDITO ist in drei Teile gegliedert: Unter „Medienszene” bieten wir Stoff zu aktuellen Ereignissen und Entwicklungen. Im Teil „Medientrend” finden sich Reflexion, Meinung und essayistische Ansätze. „Medienlabor” bietet Service für den Arbeitsalltag: Fragen zur Medienethik, berufsbezogene Tipps zu Büchern, Audio und Video, Werkstattberichte zur Medienarbeit, Aspekte der Aus- und Weiterbildung.
Weil uns auch das Bild wichtig ist, publizieren wir in jeder Ausgabe als festes Element eine eigene Fotogeschichte. www.edito-online.ch schliesslich bietet Supplements. Und falls sich der Eine oder die Andere mit EDITO auch etwas unterhalten fühlt, war das durchaus beabsichtigt.
Wir hoffen auf Widerspruch, Einspruch, Debatte. Und ehrlich gesagt auch etwas auf Zuspruch.
Artikel als pdf.
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