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Warum es eine Lobby für die Ausbildung braucht. Von Philipp Cueni

Ein Plädoyer für mehr Aus- und Weiterbildung im Mediensektor? Geschenkt – alle sind sich doch einig, Aus- und Weiterbildung ist wichtig. Nur: Schöne Worte und Absichtserklärungen sind nutzlos, wenn die Taten fehlen.

Keines der grossen Medienhäuser hat in den letzten Jahren eine Ausbildungsoffensive gestartet, die meisten privaten Radio- und TV-Stationen erfüllen in diesem Punkt nicht einmal die Konzessionsauflagen. Obwohl alle einig sind, dass mehr in die Ausbildung investiert werden sollte. Denn die Ausbildung ist einer der wichtigsten Qualitätsfaktoren. Stimmen aus Politik und Wirtschaft kritisieren zu Recht, sie hätten es oft mit Journalisten zu tun, denen es an journalistischem und fachlichem Wissen mangle.

Vor Kurzem hat die Kantonsregierung Luzern beschlossen, den Beitrag an die Journalistenschule MAZ vollständig zu streichen. Und Luzern ist immerhin der Standortkanton des MAZ. «Ein negatives Signal für die Journalistenausbildung in der Schweiz», sagt Iwan Rickenbacher, Präsident des MAZ-Stiftungsrates. Und wer hat zugunsten des MAZ reagiert, wer hat ­protestiert? Niemand: kein Medienhaus, kein ­Jour­nalistenverband.

Der Bundesrat hat im Sommer angeregt, dass die Unter­stützung der Ausbildung eine Form der staatlichen Medienförderung sein könnte. Leider nicht mehr. Aber niemand hat den Ball bisher aufgenommen. Die Verleger haben auf den Bericht des ­Bundesrates sogar mit einer pauschalen Warnung vor staatlicher Medienförderung reagiert.

Nötig wäre eine umfassende Lobby für die Stärkung der Aus- und Weiterbildung im Medien­bereich. Zum Beispiel gleich jetzt, für das Postulat von CVP-Ständerat Peter Bieri. Dieser will den Überschuss von 67 Millionen Franken aus dem Gebührensplitting, der den Privatradios nicht ausbezahlt werden konnte, für die Aus- und Weiterbildung einsetzen.

Eine gute Idee! Das finden aber nicht alle: Natalie Rickli (SVP) will diese 67 Millionen an die ­Gebührenzahler zurückerstatten; über ihre Motion entscheidet der Nationalrat Ende Dezember. Wir hoffen auf ein Nein - zugunsten der Idee Bieri.

© EDITO+KLARTEXT 2011


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