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AUF BÜROINSPEKTION IN DER MEDIENWELT

Ihr Büro sieht erstaunlich aufgeräumt und leer aus. In Ihrem früheren Büro musste man zwischen Stapeln von CDs Slalom laufen, um zum Pult zu gelangen.
Es sind immer noch etwa 3000 CDs in meinem Büro, was meinem Chef gar nicht gefällt. Aber tatsächlich habe ich beim Umzug des Büros von Basel ins grössere Büro nach Zürich massiv aussortiert, dabei auch fast alle Vinyl-Platten.

Wie viele CDs gehen denn pro Woche über Ihren Tisch? Das sind circa 15, früher waren es mehr, denn vieles läuft heute via Download aus dem Internet.

Was vermittelt Ihnen im Büro auch ein Stück Privatsphäre? Die vielen CDs um mich herum bilden tatsächlich ein Stück „Heimat”. Die CD-Box von Nick Drake stand schon in Basel auf dem Gestell.

Unser Fotograf hat den „Prix Radiomagazin”, den Sie erhalten haben, nirgends gesehen. Der steht zuhause in meinem Büro – auch dort höre ich ja viel Musik.

Sie arbeiten seit etwa 35 Jahren für die plusminus gleiche Redaktion. Hätten Sie freie Wahl: Für welchen Sender hätten Sie auch gerne gearbeitet? In L.A. beim Sender KCRW, die haben ein tolles Musikkonzept!

Ihre Sendung hat, sagt man, Kultstatus. Sie sind für die Musikauswahl zuständig; Ihr Name geht, ohne dass Sie moderieren, seit Jahren regelmässig über den Sender. Erhalten Sie persönliche Reaktionen aus der Hörerschaft? Ja, regelmässig, und zwar von HörerInnen aus verschiedenen Altersklassen. Kürzlich von einem 50-jährigen Schweizer, einem langjähriger Hörer, der seit Jahren in San Francisco lebt und dort die Sendung regelmässig ab Podcast hört – das freut einen!

In anderen Ländern hätten Sie vermutlich eine persönliche Show. Wie würde eine solche Sendung aussehen? Assoziativ, musikalisch bunt gemischt – ähnlich wie früher bei unserer Sendung mit dem Zusatz „Surprise” –, persönlich, wenig „Gschnurr”, die Sendezeit ebenfalls zwischen 22 und 24  Uhr.

© EDITO 2009


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