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Kommentar von Philipp Cueni zum Versteckspiel bei der BaZ

Also doch: Der Tages-Anzeiger legt überzeugende Indizien dar, dass entgegen allen Dementis eben doch Kreise um Christoph Blocher hinter der Basler Zeitung stehen. Mehr noch: Offenbar ist der nominelle Besitzer und Verleger, Moritz Suter, in seinen Entscheiden abhängig von den Hintermännern. Damit wird die Basler Zeitung, aber auch ein traditionelles Basler Verlagshaus definitiv zum Spielball der Politik. Und es ist ausgerechnet im Namen des „Neoliberalismus“ ein Verlag gefährdet, der sich immer wieder auf einen echten Liberalismus im Sinne der Meinungsfreiheit berufen hat.

Das Versteckspiel in Basel ist beschämend für eine Zeitung, welche die Aufgabe hat, Transparenz herzustellen. Und der ökonomische und damit auch politische Würgegriff gegenüber der Zeitung durch Blocher und Co kommt einer Verhöhnung der ganzen Region Basel gleich.

Was sich in Basel abspielt, sollte die ganze Verlegerszene alarmieren. Die Verleger warnen immer wieder, dass die Medienhäuser absolut unabhängig von jeder Art von staatlicher Bevormundung oder Abhängigkeit bleiben müssen – und malen den Staatsvogt manchmal an die Wand, wenn weit und breit keiner zu sehen ist. Aber grundsätzlich haben sie absolut Recht. Denn es geht um die politische, wirtschaftliche und publizistische Unabhängigkeit der Medienunternehmen als hohes Gut in der Demokratie. Wo aber, muss man sich fragen, bleiben die Stellungnahmen der Verleger zum Fall „Basler Zeitung“? Kann es den Zeitungsunternehmern egal sein, wenn ein Medienhaus aus politischen Motiven erpresst und allenfalls sogar zerstört wird; Wenn ein Verleger als Marionette vorgeführt wird?

In Basel werden auch die Unabhängigkeit der Medienunternehmen und die Glaubwürdigkeit des Verlegergeschäftes beschädigt. Wer schützt die Ehre der Verleger, wer sagt dazu etwas?

PS: Inzwischen hat sich Verlegerpräsident Hanspeter Lebrument in der "SonntagsZeitung" vom 11.12.11 so geäussert: "Ich finde die ganze Geschichte stossend. Es ist eigentlich die Hauptaufgabe der Presse, Transparenz zu schaffen, Wahrheiten aufzudecken. Was sich derzeit in Basel abspielt, ist aber das genaue Gegenteil."

Hintergrund zum Thema:
Blocher+Ospel - Kapital für politische Medienmacht



9.12.11 / © EDITO+KLARTEXT


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