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Spendenaktion: Helfen Sie TV Tkvarchal!

Obschon TTV über ein eigenes Studio und eine Sendelizenz verfügt, ist es ihm unter den aktuellen politischen Bedingungen unmöglich, sich selbst zu finanzieren. Trotz grossem Engagement und viel Gratisarbeit müssen immer wieder Anschaffungen getätigt werden, die einer internationalen Unterstützung bedürfen. Mit dem EDITO-Spendenaufruf hoffen wir rund 5’000 Franken sammeln zu können. Damit soll der Sendeablauf-Computer, eine einfache Consumer-Kamera für die Workshops mit den Jugendlichen und ein 14-tägiger Einführungskurs in die neue Technik und einige TV-journalistische Grundbegriffe finanziert werden.
Für die korrekte Abrechnung der Eingänge und der Verwendung der Spenden garantieren: Nina Schneider, Philipp Cueni (EDITO), Max Schmid (ehemaliger Moskau-Korrespondent von SR DRS)
Allerbesten Dank!

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bachmann medien ag
Medienmagazin EDITO
4053 Basel
Vermerk "TTV"


Markt im Kaukasus

Bild Nina Schneider


Abchasien - der politische Kontext

Hintergrund zur Spendenaktion für TV Tkvarchal in Abchasien
Von Nina Schneider
Ergänzung zu: „Das kleine TTV in Abchasien braucht Ihre Unterstützung“ (EDITO 01/09)

Weite Kreise der Zivilgesellschaft Abchasiens freuen sich – trotz internationaler Kritik – über die Anerkennung der Unabhängigkeit durch Russland und Nicaragua. Erstmals seit dem Krieg um Autonomie und Unabhängigkeit mit Georgien Anfang 90er Jahre glaubt man, mit dem militärischen Schutz durch Russland die nötige Stabilität für einen wirtschaftlichen Aufschwung und eine Konsolidierung der demokratischen Institutionen zu haben. Niemand beschönigt die Gefahr, von den wirtschaftlichen und machtpolitischen Interessen Russlands überrollt zu werden. Nach dem Augustkrieg 2008 Georgiens gegen Südossetien findet sich hingegen auch niemand, der sich für eine Konföderation mit Georgien ausspricht. Das Vertrauen in Verhandlungen ist auch bei den Friedensorganisationen versiegt. Laut Auskunft der Menschenrechtsexpertin Arda Inal-Ipa blieb Abchasien mangels Unterstützung durch Westeuropa keine andere Wahl, als einen Packt mit dem machthungrigen Russland zu schliessen: „Nachdem Präsident Saakaschwili mit seinem Krieg gegen Tzkinvali bewiesen hat, dass Georgien zur Rückeroberung der abtrünnigen Republiken auch bereit ist, die Zivilbevölkerung auszuradieren, haben wir uns für die bessere von zwei unmöglichen Lösungen entschieden. Russland hat uns in den letzten zwei Jahren positiv unterstützt, uns mit der Verleihung von russischen Pässen internationale Bewegungsfreiheit gewährt, Finanzhilfe geleistet und unsere Pensionäre in ihre Altersversorgung integriert. Auf dem Freundschaftsvertrag mit Russland vom 23. August 2008, der uns langfristig militärischen Schutz und finanzielle Unterstützung sichert, werden wir nun endlich unseren eigenen Staat und unsere eigene Demokratie aufbauen. Dass wir fähig sind, unsere kulturelle und ethnische Identität zu behaupten, haben wir schon früher bewiesen. Als Kleinststaat können wir nicht auf allen Bühnen unabhängig sein.“ „Wir bauen nun unsere eigene Demokratie“, heisst es bei allen regionalen MenschenrechtsvertreterInnen, die überzeugt sind, dass nur eine aktive Zivilgesellschaft die Balance zwischen russischer Unterstützung und russischer Vereinnahmung im Lot halten kann.

Auf georgischer Seite wird das Unabhängigkeitsstreben der AbchasInnen als illegitim und russische Provokation diskreditiert. Das von Präsident Saakaschwili rigoros kontrollierte Fernsehen wie auch die „öffentliche Meinung“ konstatieren: „Abchasien ist ein unveräusserlicher Teil Georgiens. Die Ethnie und Sprache der Abchasen ist eng mit uns verwandt. Wir haben immer friedlich zusammengelebt und waren eng befreundete Völker. Obschon die AbchasInnen eigentlich ein wenig kultiviertes Bergvolk waren, haben wir ihnen alles gegeben, eine eigene Uni, eine abchasische Kulturzeitschrift und die Mehrheit in der Regionalverwaltung.“ Mit paternalistischem Tenor beteuern GeorgierInnen gerne ihre multiethnische Gesinnung und Toleranz gegenüber Minderheiten. Dass sie Fremden, dank ihrem ungetrübten kulturellen Selbstbewusstsein, sehr häufig mit herablassender Ignoranz begegnen, merken sie nicht. Möglicherweise sind die AbchasInnen auf Grund der Geschichte bereits übersensibel. Die Tatsache aber, dass ihnen die Autorenschaft am Separatismus gänzlich abgesprochen wird, verweist untrüglich darauf, dass ihre Forderungen und Bedürfnisse in Tbilisi eher gering geschätzt werden dürften.

Ein Arbeitsplatz in Abchasien

Bild Nina Schneider

Bild-Impressionen aus Abchasien [1'440 KB]
SF-Mitarbeiterin Nina Schneider schickt uns ein paar Bilder aus Abchasien. Sie geben einen Eindruck vom alltäglichen Leben im Kaukasus.


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